Minister Réthelyi betonte, dass in Ungarn drei Holocaust-Gedenktage begangen werden. Neben dem Jahrestag der Befreiung des KZs Auschwitz am 27.1. und dem Gedenken an die Verfolgung der ungarischen Roma am 2.8, sei der 16.4. als nationaler Holocaust-Gedenktag von zentraler Bedeutung. Insbesondere die Schulen seien aufgerufen, aus diesem Anlass den Kontakt zu Überlebenden zu suchen und ihre Erlebnisberichte für die Zukunft zu bewahren.
Deutsche Botschafterin betont Verantwortung
Botschafterin Dorothee Janetzke-Wenzel verwies auf die historische Verantwortung Deutschlands für den Völkermord an den Juden, aber auch den Sinti und Roma in Europa. Bundesaußenminister Guido Westerwelle zitierend betonte sie, dass eine gemeinsame Aufarbeitung der Vergangenheit Voraussetzung dafür sei, den Blick auch gemeinsam in die Zukunft richten zu können.
4. "Centropa-Sommerakademie"
Die “Centropa-Sommerakademie" fand in diesem Jahr bereits zum vierten Mal und an drei Veranstaltungsorten statt: Prag, Wien und Budapest. Sie wurde unter anderem vom Auswärtigen Amt und der Friedrich-Ebert-Stiftung finanziell unterstützt. Etwa 70 Teilnehmer aus den USA, Kanada, Israel und Europa darunter sieben Deutsche aus Frankfurt a. M. und Berlin waren mit dabei. Sie nutzten ihren Aufenthalt in Ungarn nicht nur zum fachlichen Austausch und zur Materialsammlung, sondern auch zur Begegnung mit Vertretern der ungarischen Regierung sowie des öffentlichen Lebens.

Die Teilnehmer besuchten das ehemalige jüdische Viertel und die Holocaust-Gedenkstätte in Budapest und trafen im ungarischen Parlament den für Integrationspolitik zuständigen Staatssekretär Zoltán Balog vom Ministerium für Verwaltung und Justiz. Das ungarische Außenministerium stellte seinen Festsaal für eine Arbeitssitzung zur Verfügung. Zum Abschluss der Akademie lud die Stadt Budapest zu einem Festessen in den Räumen des Verbands Jüdischer Gemeinden in Ungarn ein.
Innovativer Ansatz
Gegründet wurde “Centropa” von dem amerikanischen Journalisten Edward Serotta. Vor allem möchten er und seine Mitarbeiter zeigen, “wie Juden lebten, nicht wie sie starben”. Dazu nutzt “Centropa” die persönlichen Lebensgeschichten von Überlebenden und ihren Angehörigen. Vor allem Geschichts- und Englischlehrer nutzen die Materialien und Methoden der Organisation. In den vergangenen Jahren entstand auf diese Weise ein umfangreiches Online-Archiv mit Fotografien und Audiodateien zur jüdischen Alltagsgeschichte in Mitteleuropa. Näheres finden Sie unter
http://www.centropa.orgFotos: Attila Nemeth / US-Botschaft; Centropa