Die integrative Kraft des Sports
Antirassismuskonferenz
Bereits am 28. Mai fand in Budapest die Antirassismuskonferenz „Different People  One Europe“ statt und trug zur Vernetzung von  NGOs aus Bulgarien, Dänemark, Deutschland und  Ungarn bei. Botschafterin Janetzke-Wenzel begrüßte in ihrer Eröffnungsrede diesen intensiven Austausch zwischen internationalen Menschenrechtsaktivisten. Sie seien zusammen gekommen, um Projektideen zu entwickeln und nach Wegen zu suchen, wie Toleranz gelebt und Vielfalt als Gewinn für die Gesamtgesellschaft begriffen werden kann. Gerade die integrative Kraft des Sports sei „eines der stärksten Instrumente zur Beseitigung von Hass, Ausgrenzung und rassistischer Diskriminierung“, so der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose .

Besuch bei Anschlagsopfern
Als Zeichen der Solidarität besuchten Rose, Bundestagesvizepräsidentin Pau, DFB-Vizepräsident Korfmacher und Botschafterin Janetzke-Wenzel am Tag des Freundschaftsspiels das Dorf Tatárszentgyörgy, 60 km südlich von Budapest. Dort waren im Februar 2009 ein 27-jähriger und sein 5-jähriger Sohn ermordet worden, nur weil sie Roma waren. Mit Hilfe von Freiwilligen des Internationalen Bauordens und der ungarischen Partnerorganisation „Phralipe“ wurde das Haus der Eltern bzw. Großeltern der Ermordeten wieder in Stand gesetzt.

Initiativen von DFB und MLSZ
Dem Motto „Fußball gegen Rassismus“ folgend übergab der DFB an die Bürgermeisterin und an die Schulleiterin von Tatárszengyörgy spezielle Fußball-Grundausstattungen, sogenannte „StarterKits“. Das sind Trikots, Hosen, Stutzen und Bälle für Jugend-Mannschaften. Gemeinsam mit dem Malteser-Hilfsdienst sollen im Laufe des Jahres weitere Fußballartikel für Kinder und Jugendliche in Ungarn gespendet werden. Vor dem Länderspiel der Nationalmannschaften trug der Ungarische Fußballverband (MLSZ) im Budapester Puskás-Stadion ein Spiel von Mannschaften der verschiedenen Minderheiten in Ungarn aus.

Fortführung der Projekte
Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose erklärte anlässlich seines Besuchs, dass ihm die Fortführung dieser Projekte sehr wichtig sei 65 Jahre nach dem Holocaust, dem auch 500 000 Sinti und Roma zum Opfer fielen, seien diese Initiativen ein Signal an die Politik und an die Zivilgesellschaft, dass rassistische und diskriminierende Ideologien nie wieder zugelassen werden dürfen. Vom 18. bis 29. Juli 2010 fand inzwischen bereits ein zweites Bauprojekt in Kisléta und Tiszalök in Nordostungarn statt. Diesmal waren auch Freiwillige aus den Niederlanden und aus Belgien dabei.

Weitere Informationen
Auf den Interseiten des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und des Internationalen Bauordens finden Sie weiterführende Informationen. Die ungarische Filmemacherin Katalin Bársony und „Mundi Romani“ haben eine Dokumentation über das Bauprojekt erstellt.