So unterschiedlich wie die Teilnehmer waren auch die Blickwinkel auf das Thema Transparenz. Transparency International betonte, dass alle von Transparenz profitieren können, da dadurch der Wettbewerb gestärkt und Fairness bei der Auswertung von Ausschreibungen garantiert wird.
Aus dem Blickwinkel eines Juristen erfolgt die Gesetzgebung oft überhastet, so dass kein vollständiger Abgleich mit bestehenden Regelungen stattfindet, womit Widersprüche oder Gesetzeslücken entstehen. Solche Inkonsistenzen behindern oder verhindern oftmals Investitionen.
Integritätspakte, in denen sich Firmen selbst zur Einhaltung von Regeln zur Transparenz verpflichten, sowie eine Indexliste für Firmen, die intransparent sind oder in Korruptionsfälle verwickelt waren, wurden diskutiert. Ein weiterer Vorschlag war die Ausarbeitung eines Ethik-Codex durch die Auslandshandelskammern, dessen Einhaltung die Transparenz im Geschäftsleben in Ungarn fördern soll.
Der Leiter des Wirtschaftsdienstes der Deutschen Botschaft erörterte den Themenkreis Bürokratie und Transparenz. Einfach strukturierte Verwaltungsregeln, die von Investoren verstanden werden, führen dazu, dass die bestehenden Regeln eingehalten werden und nicht auf die eine oder andere Weise umgangen werden. Für kleine und mittelständische Unternehmen sind bürokratische Hürden oft unüberwindbar. Schafft man hier Abhilfe, so könnte der Mittelstand noch viel mehr prosperieren mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die gesamte ungarische Wirtschaft.

Teilnehmer der Paneldiskussion waren:
  • Nicholas Sárvári, Geschäftführer CNS Europe, Präsident der kanadisch-ungarischen Handelskammer
  • Noémi Alexa, Geschäftführerin von Transparency International, Ungarn
  • Otto Graf, Leiter der Abteilung für Wirtschaft der Deutschen Botschaft Ungarn
  • Iván Sefer, Mitglied der britisch-ungarischen Handelskammer
  • Endre Bócz, ehemaliger Generalstaatsanwalt von Budapest
  • Szilvia Szendrey, Geschäftführerin der Joint Venture Association
  • Michael Peer, KPMG Mittel- und Osteuropa
  • Liliana de Sá Kirchknopf, Leiterin des Erweiterungsbüros der Schweizer Botschaft Ungarn
  • István Kõvári, Rechtsberater bei der Kanzlei Gide Loyrette Nouel  Ferenczy
Zusammenfassende Interviews aller Teilnehmer sind auf der Homepage der BBJ verfügbar: http://bbj.hu/nl/100222business_forum/video/