In der vergangenen Woche fand im
Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft ein Treffen der Konsuln der in
Budapest vertretenen EU-Auslandsvertretungen in der Deutschen Botschaft statt,
bei dem aktuelle Fragen aus dem Rechts- und Konsularwesen diskutiert wurden.
Auf der Tagesordnung standen Fragen der Visa-Erteilung, konsularische Angelegenheiten
wie die Möglichkeiten der Adoption von ungarischen Kindern durch EU-Ausländer
sowie der aktuelle Sachstand des Schengen-Beitritts von Ungarn. Dazu hatte die
Deutsche Botschaft mit Herrn Endre Szabó einen Gastreferenten aus dem
Außenministerium eingeladen.
Endre Szabó berichtete, dass nach
derzeitigem Stand der Beitritt zum Schengener Abkommen zum 1. Januar 2008 für
Land- und Seeweg erfolgen wird. Zum 1. März 2008 werden nach seiner Auskunft
auch die notwendigen Voraussetzungen für den Beitritt des Luftwegs erfüllt
sein.
Anders als der EU-Beitritt der zu
einem bestimmten Datum erfolgte, ist der Beitritt zum Schengener Abkommen an
die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen geknüpft – wie die z.B. die
Bereitstellung von entsprechender Hard- und Software an den Grenzstellen.
Szabó berichtete im Weiteren, mit
der Ukraine sei inzwischen eine Regelung zur gemeinsamen Kontrolle der Grenzen
getroffen und mit Staaten wie Moldawien und Weißrussland stehe die Regierung in
Verhandlung, um dort mit anderen EU-Staaten gemeinsame Visa-Stellen aufzubauen.
Nur so sei der prognostizierten erheblichen Zuwachs von Visa-Anträgen zu
bewältigen, betonte Szabó.
Ein wichtiger Punkt der
Tagesordnung war auch die Vereinbarung einer gemeinsamen Reaktion auf die in
letzter Zeit gehäuft auftretenden Vorfälle, dass Touristen in Restaurants und
Bars zur Zahlung von stark überhöhten Preisen - teilweise unter Androhung von
Gewalt - gezwungen wurden. Um den Touristen einen angenehmen und störungsfreien
Aufenthalt in Ungarn zu ermöglichen, vereinbarten die Konsuln unter
Federführung des deutschen Konsuls Bernd Weiser ein Schreiben zu entwerfen, in
dem die Ungarische Regierung und die Tourismusbehörden auf das Problem
aufmerksam gemacht und gebeten werden, im Sinne der Betroffenen und für eine
Stärkung des Tourismus für schnelle Abhilfe zu sorgen.